TuS Bad Rothenfelde

wir bewegen alle...

Nah bei, der TuS im Fernsehen bei OS1.tv

Am 24.10.2014 startete der "Nah bei" Beitrag vom TuS Bad Rothenfelde bei os1.tv. Die vielen Mitwirkenden unter der Leitung von Alexandra Ehof, haben einen schönen Beitrag erstellt.

Vom Publikum wurde unser Beitrag auf Platz 2 gewählt. Damit waren wir zum Finale in "Puzik's Werkstatt" eingeladen.

Alexandra unterstützt von den mitgereisten Fans und dem Publikum, konnte einen Sieg nach Punkten gegen Christian Meijer dem Chefkoch vom EssTheater erkämpfen.

 

Wer das Bewerbungsvideo nochmal in ganzer Länge sehen möchte, hier geht es zum Video: Film ab 

PS: Da es die Seite OS1.tv nicht mehr gibt, hat die NOZ uns das Video freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

 

Geschichte

100 Jahre TuS ein olympischer Rückblick

100 Jahre Turn- und Schwimmverein Bad Rothenfelde sind gleichbedeutend mit 100 Jahren Sport in Bad Rothenfelde. Dieses stolze Jubiläum ist sicherlich ein guter Anlass, auf die wechselvolle Geschichte des Vereins zurückzublicken. Wir möchten dieses mit einem „olympischen Auge" tun, denn die Geschichte unseres Vereins ist fast identisch mit der 100-jährigen Geschichte der olympischen Spiele der Neuzeit und somit Anlass für einen nicht immer ganz ernst gemeinten Vergleich der beiden Historien.
Seit 100 Jahren vereint der TuS in seinen Reihen Menschen, die der Spaß und die Freude an körperlicher Bewegung und sportlichem Wettkampf zusammengeführt hat. Seit 100 Jahren wird der TuS getragen vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder. Aus ihren Reihen kamen immer wieder Anstöße für die weitere Entwicklung des Vereins. Daran möchten wir mit diesem Heft erinnern und uns gleichzeitig bedanken.

Anstöße für die Entwicklung des Vereins in der Vergangenheit hat aber auch die Gemeinde mit ihren Investitionen im Sportstättenbereich gegeben. Gleichzeitig hat sie immer die Aktivitäten des Vereins wohlwollend begleitet und unterstützt. Dafür fühlt sich der Verein der Gemeinde gegenüber zu großem Dank verpflichtet.

In den 100 Jahren seiner Geschichte war der TuS sowohl ein Teil von Bad Rothenfelde als auch ein Spiegelbild seiner Zeit und Gesellschaft. Wenn man bedenkt, dass auch heute noch das Turnen nicht nur aus Geräteturnen besteht sondern zusätzlich die Bereiche Gymnastik, Tanz, Schwimmen und Leichtathletik umfasst, dann ist der Verein im wesentlichen ein Turnverein geblieben.

Die Gründe, die Menschen in einem Sportverein zusammenführen, sind vielfältig und haben sich im Laufe der Jahre nicht geändert. Geändert haben sich jedoch die Inhalte und Formen des Sports. Sie sind bunter und anspruchsvoller geworden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, legt der TuS besonderen Wert auf eine gute Qualifikation seiner Übungsleiter. Unumstritten ist die Tatsache, dass der Verein in der Gesellschaft eine wichtige, soziale Aufgabe erfüllt und einen bedeutenden Beitrag zur Lebensqualität in unserer Gemeinde leistet. Für die Zukunft bleibt dem TuS zu wünschen, dass er seinen Grundsätzen treu bleibt und dass sich in seinen Reihen immer wieder Menschen finden, die zu einer ehrenamtlichen Mitarbeit bereit sind, damit den Verein tragen und weiter entwickeln

Geschichte der Turnbewegung

Die Geschichte der Turnbewegung in Deutschland begann im Jahr 1811, als der 33-jährige Friedrich Ludwig Jahn auf der Hasenheide in Berlin den ersten Turnplatz errichtete. In diesem Jahr bestand Deutschland aus ca. 300 Kleinstaaten, die überwiegend absolutistisch regiert wurden. Außerdem war Deutschland von der Armee Napoleons besetzt. Gehorsam gegenüber der Obrigkeit und Standesdenken beherrschten das gesellschaftliche Leben.

Vor diesem Hintergrund muss die Errichtung des Turnplatzes in Berlin als eine revolutionäre Tat angesehen werden. Mit dem Weg über die Leibesübungen verfolgte Jahn klare politische und soziale Ziele. Er strebte die Freiheit und Einheit Deutschlands auf demokratischer Grundlage an. Sein Turnplatz war für alle Bevölkerungsgruppen offen. Es gab eine einheitliche Turnkleidung. Im Umgang miteinander beschränkte man sich auf das „Du". In allem also ein Angriff auf das bestehende Gesellschaftssystem. Die Turnbewegung organisierte sich auf demokratischer Basis und stand damit im Gegensatz zu der vorherrschenden Staatsform. Mit einer Ausbreitung seiner Idee über die bestehenden, engen Landesgrenzen wollte Jahn die Kleinstaaterei überwinden und eine einheitliche Volksgemeinschaft bilden.

Das waren im Jahr 1811 revolutionäre Ideen. Somit verwundert es nicht, dass Jahn mit der Obrigkeit in Konflikt geriet und politisch verfolgt wurde. Die Ausbreitung der Turnbewegung wurde dadurch zwar verzögert aber nicht aufgehalten. Als 1842 der Preußische Staat die Leibesübungen an seinen Schulen einführte, war der Wert des Turnens nicht mehr umstritten. Überall in Deutschland entstanden selbständige und unabhängige Turnvereine.

1897 -1914

Die Gründung des Turnvereins Rothenfelde liegt Heute für uns etwas im Dunkeln. Jedenfalls verfügt der Verein nicht mehr über ein Gründungsprotokoll. Fest steht jedoch das Jahr 1897 als Gründungstermin - ein Jahr nachdem die Idee des Pierre Baron de Coubertin mit den ersten Olympischen Sommerspielen der Neuzeit in Athen ihren Ausdruck fand. In diesem Jahr hatte Rothenfelde ca. 750 Einwohner.
Wahrscheinlich ist das die erfolgreiche Gründung des Dissener Turnvereins 1894, die Rothenfelder ermutigt hat, den gleichen Weg zu beschreiten. Der letzte Anstoß kam von den Gebrüdern Winterrath, die im Jahr vorher aus Gelsenkirchen zugezogen waren, wo sie bereits einem Turnverein angehört hatten. Johannes Winterrath wurde dann auch zum ersten Präsidenten des Vereins gewählt. Wie beim olympischen Vorbild - Frauen durften erst ab 1900 (Paris) teilnehmen - war das Turnen in Rothenfelde zunächst reine Männersache. Diese Männer hatten ihre Berufsausbildung abgeschlossen und auch oft ihren Militärdienst geleistet. Im Vordergrund stand beim Turnverein Rothenfelde das Geräteturnen. Geturnt wurde im großen Saal des Westfälischen Hofes. Das volkstümliche Turnen mit Leichtathletik und Turnspielen, feste Bestandteile eines jeden Turnfestes, fanden in Rothenfelde zunächst keine Anhänger. Einen besonderen Platz im Vereinsleben nahm das jährliche Stiftungsfest ein. Es fand in den Wintermonaten statt, wenn der Kurbetrieb ruhte. Im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde spielten die Stiftungsfeste eine wichtige Rolle. Sie leisteten darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Finanzlage des Vereins.
In jedem Monat fand eine Mitgliederversammlung statt. Bei dieser Gelegenheit wurde vom Kassierer der monatliche Vereinsbeitrag eingesammelt. Auch die Aufnahme neuer Mitglieder mußte von dieser Versammlung genehmigt werden. Da die Treffen am Samstagnachmittag stattfanden, blieb noch genügend Zeit zu einem geselligen Beisammensein. Die Versammlungen klangen immer mit Absingen von Turnerliedern aus. Deshalb besaß jeder Turner ein entsprechendes Liederbuch.

1897 - 1914

Anfang des 20. Jahrhunderts hatten sich nicht nur die olympischen Sommerspiele, die 1904 in St. Louis ihre dritte Auflage erlebten, sondern auch der Turnverein Rothenfelde etabliert. Er wurde sowohl von den aktiven Turnern als auch von zahlreichen passiven Mitgliedern getragen. Aus diesem Kreis ging im Jahr 1905 mit Heinrich Meyer der zweite Präsident des Vereins hervor. Außerdem wurde in diesem Jahr aus dem Turnverein Rothenfelde der Turnverein Bad Rothenfelde, da unsere Gemeinde den Status eines Heilbades erhielt.
Die Konzentration auf das Geräteturnen hatte zu einer hohen Leistungsdichte geführt. Im Verein turnten drei Männerriegen. Im monatlichen Wechsel wählten die Aktiven aus ihren Reihen einen Vorturner. Der Übungsbetrieb war militärisch straff organisiert. Ordnung und Disziplin bildeten dabei die Grundlage. Sie mussten allerdings auf den Vereinsversammlungen öfter angemahnt werden. Seit 1906 liegt dem TuS ein Protokollbuch vor. In diesem Jahr erfolgte die erste Ausweitung des Turnvereins durch die Gründung einer Frauenriege. Wie auf staatlicher Ebene erhielten die Frauen im Verein noch kein Stimmrecht. Ihr monatlicher Mitgliedsbeitrag betrug deshalb nur 25 Pfennige, während die Männer 30 Pfennige zahlten. Nicht nur in Bad Rothenfelde war der Frauenanteil im Sport gering. Unter den 625 Teilnehmern der olympischen Sommerspiele in St. Louis starteten zwei Jahre zuvor auch nur acht Frauen. 1906 entstand im Turnverein noch eine Zöglings-riege. Sie umfasste die männlichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Neben einigen heute geradezu exotisch anmutenden Wettbewerben in den Anfangsjahren der olympischen Spiele - wie das „Tonnen-springen" oder „Tauhangeln" - standen mit der Leichtathletik, dem Geräteturnen und dem Schwimmen mittlerweile klassische Disziplinen auf dem Programm, die auch heute noch zum Angebot des TuS Bad Rothenfelde zählen.

Vor dem ersten Weltkrieg war ein Verein ohne Fahne aus der Sicht der Bevölkerung kein richtiger Verein. Bei den zahlreichen Aktivitäten des Turnvereins im Jahr 1906 war es nicht verwunderlich, dass der Verein den Beschluß zur Anschaffung einer Fahne fasste. Nach eingehenden Beratungen entschied man sich für ein Modell der Bonner Fahnenfabrik. Die Fahne wurde über die Firma August Kaesemann bezogen. Ihr Kaufpreis dürfte etwa 500 Goldmark betragen haben. Finanzielle Probleme hat es bei der Anschaffung nicht gegeben. Die Jahresabrechnung ergab noch einen Überschuß von 223,43 Mark in der Vereinskasse.
Ein erster Höhepunkt im Leben des jungen Turnvereins war sicherlich die Fahnenweihe am 19. Juni 1907. Alle Teilnehmer trafen sich um 15.00 Uhr vor dem Hotel Lindenhof (heute allfrisch Markt). Dort formierte sich der Festzug mit den befreundeten Vereinen. Sein Weg führte über die Frankfurter Straße zum Alten Gradierwerk, wo der eigentliche Festakt stattfand. Die Fahnenweihe nahm Pastor Dr.Mauersberg vor. Die Festrede hielt Vereinspräsident Heinrich Meyer.
Mit den Grüßen der Gäste wurden gleichzeitig dem Verein Ehrenschilder übergeben der Fahnenstange befestigt. Die Stange ist noch heute in unserem Besitz mit folgenden Plaketten:

Anschließend zog man weiter zum Festplatz an der heutigen Wellengartenstraße, auf dem Turnvorführungen stattfanden. Außerdem für Belustigungen mit Karussell, Schießbude usw. gesorgt. Der Tag klang aus mit einem Festball, zu dem man eine 7 Mann starke Kapelle der Pioniere aus Minden verpflichtet hatte.
Die folgende Aufnahme mit 45 Männem und 12 Ehrendamen vermittelt uns noch heute einen guten Eindruck von der Bedeutung und der Feierlichkeit dieses Tages. Im Jahr 1994 hat der TuS seine Fahne restaurieren lassen, so daß sie heute wieder wie neu aussieht.
Bild Falmt'l/lI'eilte tlm/9. lUlli 1907

Während sich die internationale Sportwelt in den Jahren 1908 und 1912 in Lendon und Stockholm zu den IV. bzw. V. Olympischen Sommerspielen traf, begannen sich insbesondere die jüngeren Turner im TV mit dem sogenannten Volkstümlichen Turnen, d.h. der Leichtathletik zu befassen.

Der Verein wurde in diesen Jahren von bewährten Männern geleitet. Als zweite Vorsitzende und Schriftführer waren Heinrich Vegesack, Gustav Cordes und Fritz Hohnsträtter tätig. Die Kasse wurde zuerst von August Wellmann und später von Fritz Ewers geführt. Der Übungsbetrieb lag in den Händen der Turnwarte August Hagemeyer, August König, Gustav Cordes, Hennann Dähne und Fritz Hagemeyer. Nach dem Tod von Heinrich Meyer übernahm im Jahr 1912 Heinrich Hemmelskump den Vorsitz im Verein. Da der Saal des Westfalischen Hofes, in dem der Verein seit seinem Bestehen turnte, im Sommer immer mehr für den anwachsenden Kurbetrieb benötigt wurde, verlegte mun ab 1912 die Übungsstunden in den betreffenden Monaten in die Kinderspielhalle um Neuen Gradierwerk. Regelmäßig wurden in diesen Jahren die Turnfeste besucht. Im Selbstvertrauen auf die eigene Leistung, beschränkte man sich nicht nur auf die nähere Umgebung sondern fuhr auch bis Lingen, Bremerhaven und Diepholz. Einen wichtigen Platz im Vereinsleben nahmen weiterhin die jährlichen Stiftungsfeste ein. Der Wunsch nach mehr Geselligkeit führte zu einem zweiten Ball am eines Jahres.1914 -1927Die VI. Olympischen Spiele sollten 1916 erstmalig in Berlin stattfinden, doch sie fielen dem Ersten Weltkrieg zum Opfer. So fanden die nächsten Spiele erst wieder 1920 in Aotwerpen statt. Auch in Bad Rotllenfelde kam mit dem Ausbruch des Krieges der Tumbetrieb zum Erliegen. Neben vielen Sportlern kehrten die Turnwarte Gustuv Cordes und August Hagemeyer nicht mehr aus dem Krieg zurück. Für diese beiden fand der Verein in der Folgezeit keinen gleichwertigen Ersatz, was Folgen haben sollte.
Erst 1919 nahm der Verein seinen Tumbetrieb wieder auf. Allerdings konnte er im Geräteturnen nicht mehr an den vor dem Krieg vorhandenen Leistungsstand anknüpfen. Außerdem interessierten sich die jüngeren Turner stärker für die Leichtathletik und das Ballspiel. So begann man 1920 mit dem Faustballspiel. Auch die Zahl der Mitglieder erreichte erreichte nicht mehr den Stand der Vorkriegszeit.

1922 vor dem Kurmittellsalls

1920 löste Fritz Henselmeyer den bisherigen Vorsitzenden Heinrich I-Iemmelskamp ab. 1924 ging der Vorsitz auf Hennann Wiemann über. Für Schlagzeilen sorgte in dieser Zeit unter anderem der Deutschamerikaner Johnny Weissmüller, der zunächst mit fünf olympischen Goldmedaillen zum größten Schwimmer der "goldenen Zwanziger" avancierte und es anschließend in HollywQod zu erstaunlichem Filmruhm brachte. Auch ein anderer Sportler schrieb in dieser Zeit Geschichte - Paavo Nurmi. Der finnische Ausnahmeathlet revolutionierte in den 20er Jahren den Langstreckenlauf und lief zwischen 1922 und 1931 auf den Strecken von 1.500 bis 22.000 m insgesamt 22 Weltrekorde. Nurmi wur einer der herausragenden Sportler der VIII. und IX. Olympischen Spiele von Paris (1924) und Amsterdam (1928). 1932 in Los Angeles ging er nicht mehr un den Start, weil er wegen Verstoßes gegen die Amateurparugruphen gesperrt wurde. Trotzdem gilt er noch heute als der größte Läufer der Leichtathletikgeschichte. Im Schatten dieser sporthistorischen Leistungen ging das Interesse an einer sportlichen Betätigung im Turnverein Bad Rothenfelde zurück. Der Vorstand versäumte es in dieser Zeit, jüngeren Mitgliedern Verantwortung zu übertragen. Die wichtigen Funktionen blieben in den Händen der älteren Turner. Die Vereinsvorsitzenden waren selbst nie aktive Turner gewesen und konnten dem Verein keine neuen Impulse geben. Als 1927 auf dem Heidland ein Fußball verein entstand und der örtliche Kriegerverein eine Blaskapelle aufstellte, kam der Turnbetrieb erneut zum Erliegen.1933 -Sport unter dem NationalsozialismusBis 1933 war der Sport unabhängig vom Staat. Er hatte sich auf demokratischer Basis entwickelt und etabliert. Nach der Machtübernahme im Jahr 1933 durch die Nationalsozialisten begann die Partei systematisch sämtliche Einrichtungen des Staates unter ihre Kontrolle zu bringen und ihren politischen Zielen unter.LUordnen. Der Sport blieb von dieser Entwicklung nicht verschont. Durch die Schaffung des deutschen Reichsbundes für Leibesübungen wurde zunächst die Sportorganislltion vereinheitlicht und gestrafft. Kleine Vereine wurden gezwungen, sich größeren Vereinen anzuschließen oder mit anderen kleineren Vereinen zu fusionieren. Die verbleibenden Vereine wurden dann gezwungen, eine einheitliche Satzung nach der Vorgabe der NSDAP zu übernehmen. An der Spitze des Vereins stand ein Vereinsführer. Dieser wurde zwar zunächst noch gewählt, er mußte aber in jedem Fall vom Kreissportführer bestätigt werden. 1940 entfiel diese Wahl und es blieb bei einer Ernennung durch den Kreissporlführer. Der Vereinsführer hatte laut Satzung das Recht, sämtliche Positionen im Verein mit Personen seiner Wahl zu besetzen. Er war somit Alleinverantwortlicher des Vereins.
Unter dem Nationalsozialismus wurde der Sport aufgewertet und gefördert. Die Olympiade 1936 in Berlin ist ein Beweis dafür. Auf der anderen Seite hatte der Sport seine Selbständigkeit verloren und war zu einem Mittel der Politik geworden. Auch in der Einheitssatzung wurde diese Verbindung klar dokumentiert. Im § 2 stand: Der Verein bezweckt die leibliche und seelische Erziehung seiner Mitglieder im Geiste des nationalsotalistischen Volksstaates durch die planmäßige Pflege der Leibesübungen. Anfang 1939 wurde der Reichsbund für Leibesübungen zu einer NS-Kampforganisation ernannt. Damit war als politisches Ziel des Sports die Wehrertüchtigung bestätigt.1933 -1944 Turn- und Schwimmverein Bad RothenfeldeAnfang 1933 ergriff Oskar Dingwerth die Initiative und unternahm den Versuch, den Turnbetrieb wieder zum Leben zu erwecken. An der ersten Versammlung am 15. Februar nahmen 37 Interessenten teil.
Schon 2 Tage später wurden auf der ersten Hauptversammlung des Vereins sämtliche Vorstandspositionen ncu besetzt. Gleichzeitig änderte der Verein im Hinblick auf das im Entstehen begriffene Freibad seinen Namen in Turn- und Schwimmverein. Damit dokumentierte der Verein seine Bereitschaft, nach der Eröffnung des Freibades den Schwimmsport zu pflegen. Oskar Dingwerth wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Der Tumbetrieb der Männer startete schon im nächsten Monat mit 20 Aktiven im Westfälischen Hof unter der Leitung von Ludwig Spiering. Die Frauenriege mit 19 Teilnehmerinnen turnte unter der Leitung von HiIde Müller im Hotel Gennania. Es folgte eine Frauen-Gymnastikgruppe unter Änne Schultz. Als im Mai 1933 der sozialdemokratisch orientierte Arbeiter Turn- und Sportbund Dissen durch den Staat aufgelöst wurde, schloß sich eine größere Zahl guter Turner dem TuS an. Sie verstärkten den TuS nicht nur zahlenmäßig sondern ganz besonders durch ihren hohen Leistungsstand. Die Säle waren damit zu klein für den stark angewachsenen Turnbetrieb und es gelang, wieder in der Spielhalle am Neuen Gradierwerk unterzukommen. Da die Halle nicht beheizbar war, fiel der Turnbetrieb im Winter oft aus. Nach der Eröffnung des Freibades übernahm Bademeister August Melo die Leitung der Schwimmabteilung. Dem Verein standen zwei Abende pro Woche zum Training zur Verfügung. Im Juni war die Mitgliederzahl auf 111 angewachsen. Die Bemühungen ehemalige Turner in einer Altherrenriege wieder für das Turnen zu begeistern scheiterten. Somit hutte im Verein auch ein Generationswechsel stattgefunden.
Mitte des Jahres gelang es Oskar Dingwerth, den Betriebsleiter der Solbad und Salinen AG, Walter Brake, als Vorsitzenden zu gewinnen. Er selbst trat in die zweite Reihe zurück, blieb aber der Motor des Vereins. So entstand eine wichtige Verbindung zur Solbad und Salinen AG. der letzten Endes alle Sportstätten gehörten. In den folgenden Jahren unterstützte die Saline den Sport auf vieInHtige Art und Weise. Im Winter 1933 feierte der TuS bereits wieder ein Stiftungsfest im Saal des Westflilischen Hofes. Die Resonanz übertraf alle Erwartungen und das Fest wurde ein großer Erfolg.
1934 konnte der TuS die positive Entwicklung des Vorjahres fortsetzen. Zunächst entstanden eine Mädchenriege unter der Leitung von Erna Förstner sowie eine Knabenriege unter Wilhe1m Plogmann. Darüber hinaus war das Jahr gekennzeichnet durch Investitionen im Sporlstättenbereich. Um die Turnhalle auch im Winter nutzen zu können, mußte ein Fußboden eingebaut und ein Ofen aufgestellt werden. Beides gelang dem Verein mit Unterstützung durch zahlreiche Spenden und die SoIbad- und Salinen AG. Gleichzeitig erstellte die Saline Umkleideräume und :2 Duschen. Als am Jahresende noch ausreichend Geld in der Kasse war, wurde ein Klavier angeschafft. Damit war die neue Turnhalle komplett und wurde vom TuS bis 1962 genutzt. Natürlich mußte im Winter eine Stunde vor Beginn des Übungsbetriebes ein Vereinsmitglied den Ofen anheizen. Die Kohlen lieferte entgegenkommenderweise die Saline.
1935 bildete sich je eine Faustballmannschaft der Frauen und der Männer. Zum ersten Spiel wart des Vereins wählte man Heinrich GrÜlzemacher. Im selben Jahr entstanden weitere Einrichtungen für den Sport. Zuerst wurde der Sportplatz um eine 100m Laufbahn ergänzt. Dann versah die Solbad und Salinen AG die Böschung am Neuen Gradierwerk mit einer Tribüne. Diese Maßnahmen veranlaßten den Turngau Osnabrück (Stadt und Landkreis) sein Turnfest 1935 an Bad Rothenfelde zu vergeben. Am Turnfest nahmen ca. 700 Aktive aus 35 Vereinen teil. Es dauerte zwei Tage. Die auswärtigen Teilnehmer wurden privat in Bad Rothenfelde untergebracht. Am Samstag abend stand ein Festkommerz auf dem Programm und am Sonntag ein Ball.
In den Siegerlisten des Turnfestes sind insgesamt 30 Turnerinnen und Turner des TuS vertreten. Davon erreichten die besten Plazierungen:
10-Kampf Turner Oberstufe
1. Wilhelm Plogmann
6-Kampf Turnerinnen Oberstufe
2. Erna Förstner
12-Kampf Turner Unterstufe
1. Fritz Barth
6-Kampf Turnerinnen Unterstufe
5. Hidegard Müller
6. Erna Thias
10-Kampf Turner Unterstufe
2. Erich Kassebrock
12-Kampf Turner Altersklasse
1. Heinrich Grützemacher
3-Kampf Jugend
5. Ernst Schlippschuh
3-Kampf Knaben
3. Arend Wiemann
Diese Plazierungen sind ein Beweis für den hohen Leistungsstand den der TuS in kurzer Zeit erreicht hatte.
Während auf der internationalen Sportbühne legendäre Sportler wie Gottfried von Cramm, Max Schrneling, Bemd Rosemeyer oder Jesse Owens Geschichte schrieben, etablierte sich der TuS Bad Rothenfelde in diesen lahren als Verein und entwickelte sich gleichzeitig zu einer anerkannten sportlichen Größe.
1936 versuchte der TuS eine Kindertumabteilung für 6-10 jährige Kinder einzurichten. Der Versuch brachte nicht die erwartete Resonanz. Oie Eltern vertraten zu einern großen Teil die Ansicht, daß Kinder in diesem Alter noch zu klein für das Turnen wären. Heute können wir über eine derartige Einstellung nur lächeln.
Die Jahre bis 1938 waren durch einen regen Übungsbetrieb gekennzeichnet. Turnerinnen und Turner starteten mit Erfolg regelmäßig auf Kreis- und Bezirksturnfesten. Sie gehörten zu den Besten im Kreis. Mit vier Teilnehmern war der TuS im Jahr 1936 auf dem Gauturnfest in Bremen vertreten. Eine Schiffsreise nach Helgoland bildete dabei den krönenden Abschluß. Vier Faustbullmannschuften beteiligten sich 1938 am Punktspielbetrieb. Die jeweils erste Mannschaft der Turnerinnen und der Turner waren von der dritten in die erste Kreisklasse aufgestiegen. Als Gaumeister nahmen unsere Faustballerinneo in diesem Jahr um Deutschen Turnfest in Breslau Seit 1933 war auch jährlich die Zahl der Sportlerinnen und Sportler gestiegen,die die Bedingungen für das Reichssportabzeichen erfüllten.
Jedes Jahr schloß der Verein im Dezember mit seinem Stiftungsfest im Westfälischen Hof ab. Als Kuriosum ist zu vcnnerken, daß das Stiftungsfest 1937 wegen der in Bad Rothenfelde herrschenden Maul- und Klauenseuche um 2 Monate verschoben werden mußte.
Mitte 1936 mußte im Verein die Funktion eines Dietwartes geschaffen werden. Dieser war für die politische Schulung und Unterweisung der Vereinsmitglieder zuständig, wobei ihm die Themen vom Kreisdietwart vorgegeben wurden. Natürlich wurde in dieser Zeit im kleinen TuS nichts so heiß gegessen wie es politisch gekocht wurde. Im Mittelpunkt des Vereinslebens stand immer der Sport und die Politik spielte keine Rolle. Der Vereinsfiihrer war weiterhin auf die freiwillige und ehrenamtliche Mitarbeit von Mitgliedern angewiesen. Die Einheitssatzung lag schon 1933 vor, wurde aber erst 1935 von den Mitgliedern angenommen und 1942 in das Vereinsregister
eingetragen. Bestrebungen, den TuS mit dem örtlichen Fußballverein zu vereinigen, wurden auf die lange Bank geschoben und kamen deshalb nicht zum Tragen.
Im Jahr 1938 begann sich der Arbeits- und Militärdienst negativ auf den Turnbetrieb auszuwirken. Ferner geriet der Verein in Konflikt mit den Jugendorganisationen der NSDAP, zu deren Programmen ebenfalls der Sport gehörte.
Im Herbst 1938 führte der TuS mit allen Abteilungen in Glandorf auf Einladung des örtlichen Turnvereins ein Schauturnen durch. Unfreiwillige Werbung für diese Veranstaltung machte am Vormittag während der Messe der Glandorfer Pfarrer, als er die Kirchenbesucher wegen der unzüchtigen Bekleidung der Tumerinnen aufforderte, die Vorführung nicht zu besuchen. Als 1939 der Krieg ausbrach, kam das Münnertumen sofort zum Erliegen. Damit endete auch die verhältnismäßig kurze Blütezeit des Vereins.
Wie schon 1916 fielen die an Tokio für 1940 und London für 1944 vergebenen Olympischen Sommerspiele dem Krieg zum Opfer. Auch wurden in dieser Zeit alle anderen sportlichen Wettkämpfe weitgehend abgesagt. Unsere Turnhalle mußte verdunkelt werden. Kinder und Frauen turnten noch bis 1944 weiter. In diesem Jahr wurde der Sportplatz in Kleingärten aufgeteilt. Ein kleiner Beitrag zur Ernährung wur wichtiger geworden als der Sport.1945 -1951 TSV Bad RothenfeldeDurch die Besatzungsmacht wurden bei Kriegsende sämtliche Vereine und Verbünde aufgelöst. Ein Versammlungsverbot verhinderte zunächst eine Neubildung. Auf dem Sportplatzgclände mußte auf Anordnung der englischen Verwaltung Hafer für das Pferdefuhrwerk der Salinen AG angebaut werden. Das funktionsfahige Freibud stand nur Soldaten und Fremdarbeitern zur Verfligung. Nach vielen Bemühungen gelang es Ende 1945, die Genehmigung zur Gründung eines Sportvereins zu erhalten, nachdem man mit Theodor Holtappeis einen durch die NS-Zeit unbelasteten Vorsitzenden benennen konnte. Da nur ein Verein zugelassen wurde, schlossen sich Fußballer und Turner im TSV = Turn und Sportverein Bad Rothenfelde zusammen. Dem Vorstand gehörten weiterhin Helmut Leweke, Erich König und Günther Cord Landwehr an.
Viele Sportler hatten im Krieg ihr Leben verloren oder befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in Gefangenschaft. Auf der anderen Seite war die Bevölkerungszahl von Bad Rothenfelde durch Evakuierte und Heimatvertriebene beträchtlich gestiegen. Aus ihren Reihen kamen wertvolle Anregungen rur den TSV.
Der Sportbetrieb in Bad Rothenfelde startete im Frühjuhr 1946 mit zahlreichen Abteilungen, die sofort regen Zuspruch fanden. Nach einigen kleineren Reparaturen konnte die Turnhalle wieder genutzt werden. Unter der Leitung von Willi Klinge, Wilhelm Plogmann, Angelika Springmeier und Ilse Cord-Landwehr etablierte sich die Turnabteilung. Unter der Regie von Fritz Vedder, der in amerikanischer Kriegsgefangenschaft das Boxen erlernt hatte, entstand eine Boxabteilung. Die Fußballer mußten zunächst mit einer etwas holprigen Wiese auf dem Springberg zufrieden sein, wo sie von Heinz Strubbe trainiert wurden. Herbert Thomas übernahm die Leitung der Schwimmabteilung. Die Faustballer fanden sich unter Wilhelm Plogmann (16) zusammen. Willi Meyer gründete eine Tischtennis- und Gerhard von Beauvais eine Schachubteilung. Beide Gruppen fanden im Hotel Lindenhof eine Bleibe. Die Leichtathleten nutzten den Weg um das Neue Gradierwerk zum Laufen unter ihrem Trainer Max Müller.
Nach dem Krieg begann auch der Aufstieg eines legendären Langstreckenläufers - Ernil Zatopek. Die "tschechische Lokomotive" hatte die Idee eines deutschen Sportlehrers, der das sogenannte Intervalltraining für Langläufer empfahl, in phänomenaler Art und Weise in die Praxis umgesetzt. Mit einer Gold- und einer Silbennedaille bei den ersten nacholympischen Spielen 1948 in Landon startete Zatopek seine Weltkaniere. Er sollte in den folgenden Jahren die langen Strecken dorni-nieren und erlangte nicht nur in Deutschland und in seiner tschechischen Heimat Berühmtheit. Bis heute gilt er als Idol und Vorbild der Jugend.
Als ein besonderes Ereignis des Jahres 1946 ist der Aufenthalt von Boxweltmeister Max Schmeling in Bad Rothenfelde zu erwähnen. Er unterzog sich im Waldkrankenhaus einer Meniskusoperation. Die Zeit seiner Genesung nutzte er zu einem gut besuchten Vortrag im Badehaus, wo er von seinen Kämpfen berichtete und für den Boxsport warb.
Die Wiederherstellung des Sportplatzes um Neuen Gradierwerk blieb nach der Aufnahme des Übungs betriebes der größte noch offene Wunsch des Vereins. Wenn die Besatzungsmacht den Grassamen liefern würde, wollten die Sportler sämtliche Arbeiten zur Herstellung des Platzes übernehmen, der dann von beiden Parteien genutzt werden könnte. Dieser Vorschlag fand die erforderliche Zustimmung. Nach der Lieferung des Grassamens wurde in mühsamer Arbeit der Platz hergerichtet.Gleichzeitig entstand auch wieder die bereits vor dem Krieg vorhandene 100m Laufbahn.
Als man einen Termin für ein Einweihungsspiel gegen die Soldaten vereinbaren wollte, entschied der zuständige Offizier, duß auf dem Platz kein Fußball gespielt werden dürfe. Die Enttäuschung auf Seiten des Vereins war riesengroß. Man fühlte sich betrogen und war deshalb wild entschlossen, eine Nutzung des Platzes durch die Engländer zu verhindern, indem man ihn einfach eines Nachts umpflügte. Vorher sollte jedoch noch ein Einigungsversuch unternommen werden. Theodor Holtappels, Helmut Leweke und Gerhard von Beauvais wurden deshalb bei der Armee vorstellig und dort wie anne Bittsteller von drei Offizieren empfangen. Nach dem Hinweis auf die mündliche Vereinbarung über die Herstellung des Platzes verlangten die Engländer die Vorlage eines schriftlichen Vertrages. Auch der versteckte Hinweis, daß man unter diesen Umständen für nichts garantieren könne, beeindruckte die Vertreter einer traditionellen Kolonialmacht nicht. Schließlich wiesen die Vereinsvertreter darauf hin, daß man sich auf das Wort eines deutschen Offiziers immer hätte verlassen können. Woralls sich die Frage ergab, ob das in England anders wäre. Mit dieser Argumentation hatte man einen schwachen Punkt bei den Gesprächspartnern ge-troffen. Die Offiziere erstarrten zu Salzsäulen und steckten ihre Köpfe zusammen. Dann erklärten sie, es läge hier ein Mißverständnis vor. Auf dem Platz dürfe Fußball gespielt werden. Der neue Sportplatz motivierte die Fußballer so sehr, daß sie bereits in der ersten Saison die Staffel- und Kreismeisterschaft errangen und in die Bezirksklasse aufstiegen.
Für Nachkriegsverhältnisse verfügte der TSV somit bereits 1947 über hervorragende Sportanlagen. Als sich der Verein gegenüber dem Kreissportbund verpflichtete, die 100 m Laufbahn zu einer Rundbahn von 330 m Länge zu erweitern, wurde das Turn- und Kreissportfest 1949 nach Bad Rothenfelde vergeben.
Ca. 1.200 Sportlerinnen und Sportler gingen in den verschiedenen Wettkämpfen an den Start und beteiligten sich bei gutem Wetter am Festumzug. In einer Zeit ohne Fernsehen übertraf das Zuschauerinteresse alle Erwartungen der Verantwortlichen. Einen Vergleich der Auswahlmannschaften von Meile und OsnabfÜck-Land gewannen die Melleraner im Fußball mit 2: 1 und im Handball mit 3:2 Toren. Außerdem gehörte ein Boxvergleichskampf zwischen Bad Rothenfelde und Georgsmarienhütte zum Programm. Für die teilnehmende Jugend war ein Zeltlager organisiert. Dabei bildete die Verteilung von einer Tafel Schokolade an jeweils 3 Aktive einen Höhepunkt des Festes.
Aus dem Vereinsleben ist zu berichten, daß 1947 Wilhelm Steinbrügge als l. Vorsitzender Theodor Holtappels ablöste. Außerdem übernahmen Heinz Kammann und Fritz Fabri Funktionen im Vorstand. 1948 feierte der Verein sein erstes Stiftungsfest im Kurhaus.
Sehr aktiv war in dieser Zeit die Schwimmabteilung. Da das Freibad noch nicht beheizbar wur, wurde bis zu 17° C Wassertemperatur trainiert. 1949 gingen bei einem Wettkampf Spitzenschwirnmer aus Braunschweig, Bremen und Bochum in Bad Rothenfelde an den Start. Im Faustball beteiligten sich zwei Männerund eine Frauenmannschaft um Punktspielbetrieb. Wie vor dem Krieg erwiesen sich dabei die Frauen als spielstärker. Von 1949 bis 1951 errangen sie den Titel eines Bezirksmeisters. Daneben existierte in dieser Zeit noch eine Frauen Korbballmannschaft.
Leichtathleten und Turner nahmen regelmäßig an den Kreissportfesten teil. Darüber hinaus zeigten die Turnerinnen und Turner auf den Stiftungsfesten ihr Können. 1950 löste sich die Boxabteilung auf. 1951 trennte sich die Schachabteilung aus dem TSV. Ein Jahr später kam der Tischtennisbetrieb zum Erliegen.
Die Harmonie im Verein litt in diesen Jahren etwas unter den Auseinandersetzungen zwischen Fußballern und Turnern über die Verwendung der geringen zur Verfügung stehenden Gelder. Auf Antrag der Fußballer kam es mit 23:8 Stimmen bei sechs Enthaltungen im April 1951 wieder zur Trennung in die beiden vor dem Krieg vorhandenen Vereine.1951-1961Nach der Vereinstrennung übernahm zunächst wieder Theodor HoltappeIs die Führung des TuS. 1953 folgte ihm mit Heinrich Brunotte der Betriebsleiter der Solbad und Salinen AG. Damit entstand wieder eine für den Verein wichtige Verbindung zum Eigentümer aller Sportanlagen. Im Vorstand arbeiteten ferner mit: Fotz Hohnsträter, Josef Broja, Kurt Barth sowie Erika und Erich Fischer.
Den Übungsbetrieb leitete Wilhelm Plogmann als Oberturnwart. Ihm standen als Übungsleiter zur Seite: Willi Klinge, Brunhilde Roschmann, Christel Dingwerth und Reinhold Böhmann. Als Spiel wart für Faustball fungierte Willy Strathmann. Die Schwimmablcilung fand in Karl Hörnick einen qualifizierten und engagierten Trainer.
Die Faustballerinnen krönten ihre guten Leistungen mit der Landesvizemeisterschaft 1951 in Braunschweig. Übrigens war Bad Rothenfelde in jenen Jahren eine beliebte Adresse für Fausthallanhänger. Spiele wurden oft mit einem anschließenden Besuch im Freibad verbunden.
Unterdessen waren die Olympischen Spiele von 1952 in Helsinki von einem ganz besonderen Phänomen gekennzeichnet, denn anstelle eines kostenträchtigen Olympischen Dorfes für die Athleten stellten die Bewohner Helsinkis ihre eigenen vier Wände zur Verfügung und demonstrierten damit einen wahrhaft olympischen Geist.
Was für die internationale Sportelite die Olympiude war, waren für die heimischen Sportler die Turnfeste auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene, die auch von den TuS-Aktiven regelmäßig und erfolgreich besucht wurden. So kehrten 1955 vom Landesturnfest in Göttingen Christel Dingwerth, Helga Richter und Brunhilde Roschmann mit 2. und 3. Plätzen zurück. Reinhold Böhmann turnte erfolgreich in der Kreisriege. 1953 vergab derKreissportbund noch einmal sein Kreis Turn und Sportfest nach Bad Rothenfelde.
Während das deutsche Sportpublikum 1954 nach Bern schaute und Deutschland erstmalig als Fußball-Weltmeister feierte, war das Aushängeschild des TuS in diesen Jahren die Schwimmabteilung, die auf Kreis- und Bezirksebene zahlreiche Meisterschaften erringen konnte.
1956 ergriff der damals 16jährige Ralf Girard die Initiative und gründete wieder eine Tischtennisabteilung. Mit dem Elan der damaligen Zeit wurden in Eigenleistung die benötigten Spieltische hergestellt und die Beleuchtung verbessert. Die Abteilung fand auf Anhieb einen regen Zuspruch. Dagegen kam die Leichtathletik zum Erliegen als durch Reitturniere auf der Salinen-Kampfbahn die Laufbahn zerstört wurde.
Als sich 1956 die internationale Sportwelt erstmalig zu den olympischen Sommerspielen auf dem fünften Kontinent in Melbourne und vier Jahre später in der Ewigen Stadt Rom traf, machte sich in Deutschland der Wiederaufbau von Sportstätten bemerkbar. Es entstanden zahlreiche, gut ausgestattete Schulturnhallen. Diese Entwicklung wurde von einem steigenden Wohlstand der Bevölkerung begleitet. Damit stiegen auch die Anforderungen der Sportlerinnen und Sportler an die von ihnen genutzten Sportstätten.
Vor diesem Hintergrund konnte unsere Turnhalle am Alten Gradierwerk mit ihren unzureichenden Sanitäranlagen und einer leistungsschwachen Heizung einem Vergleich mit den neuen Turnhallen nicht standhalten. Der Wunsch nach einem Ersatz wurde von Jahr zu Jahr stärker. So begann der Schulzweckverband mit der Planung der Schulturnhalle.
Sportlich mußte der Verein in diesen Jahren kleine Rlickgänge hinnehmen. Zunächst kam das Männerturnen zum Erliegen. Dasselbe Schicksal ereilte auch den bis dahin so erfolgreichen Frauenfaustball. Nachdem Karl Hörnick in Rente gegangen war, fand die Schwimmabteilung keinen geeigneten Nachfolger und löste sich auf. Als das Interesse am jährlichen Stiftungsfest abnahm, blieb auch diese Veranstaltung auf der Strecke.1961-1970 Bau der SchulturnhalleMit dem Bau der Turnhalle an der Grundschule und ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1961 erhielt der TuS eine neue Chance für seine weitere Entwicklung. Der Verein war in der glücklichen Lage, mit Christel Wortmann im Turnen und Manfred Wortmann in der Leichtathletik über zwei Fachkräfte zu verfUgen, die bereit waren, sich für den TuS zu engagieren. Es ist in erster Linie ihr Verdienst, daß 1961 eine Entwicklung einsetzte, die sich bis heute kontinuierlich fortgesetzt hat.
Die neue Halle hatte zur Folge, daß sich das Kindertumen sprunghaft ausweitete. Der Verein nahm regelmäßig und mit Erfolg an den Kindermannschaftswettbewerben der Mädchen und Jungen im Turnen teil. Auf dieser nun breiten Basis baute Christel Wortmann eine Leistungsriege der Turnerinnen auf, die auf Kreis- und Bezirksebene eine hervormgende Rolle spielte und mit Beate Piee in 3 Jahren hintereinander jeweils die Bezirksmeisterin stellte. Auch die Fmuengymnustik profitierte durch einen größeren Zuspruch von der neuen Halle.
In früheren Jahren war es üblich, das Jahr mit einer kleinen Weihnachtsfeier zu beschließen. Damus entstand 1963 das Weihnachtstumen des TuS, das in dieser Form bis heute jährlich durchgeführt wird. Alle Gruppen des Vereins nehmen an dem Schauturnen teil und werden am Ende mit einer Tüte durch den Nikolaus beschenkt. Nach den Stiftungsfesten frühererJahre war damit wieder eine Möglichkeit gefunden, die Arbeit des TuS der Öffentlichkeit vorzustellen.
Auch ohne eigene Sportunlagen entwickelte sich die Leichtathletik unter Manfred Wortmann zu einem zweiten Schwerpunkt der Vercinsarheit und der TuS somit zu einem führenden Verein im Landkreis. Im Sommer wurde auf dem Sportplatz in Dissen zweimal wöchentlich trainiert. Die Geräte mußten dann jeweils mitgebracht werden. Ein Beweis für die Stärke der Abteilung ist sicherlich die Tatsache, daß 1965 allein 7 Staffeln des TuS an den Waldlaufmeisterschaften des Kreises teilnahmen.
Auf der internationalen Bühne machten sich in dieser Zeit zahlreiche deutsche Sportler einen Namen, die im übrigen 1964 in Tokio zum Vorerst letzten Mal eine gesamtdeutsche Mannschaft bei Olympischen Spielen aufstellten. Sportler wie Willi Holdorf (Zehnkumpt), Kilius/Bäumler (Eiskunst!uuf), Rudi Altig (Radfahren), Willi Kuhweide oder Wilhelm Bungert (Tennis) errangen in dieser Zeit bei großen Wettbewerben herausragende Erfolge und sind bis heute unvergessen, Die vielleicht größte sportliche Leistung in diesem Jahrzehnt vollbrachte allerdings der Amerikaner Bob Beamon bei Olympia 1968 in der Höhenluft von Mexico-City. Mit einer Weite von 8,70 m im Weitsprung gelang ihm nach Ansicht vieler der Sprung ins niichste Jahrhundert was ihm beinahe auch gelungen wiire, denn erst knapp dreißig Jahre später wurde dieser Weltrekord gebrochen. Was Beamon im Weitsprung war Richard ("Dick") Fosbury im Hochsprung.Sein neuer revolutionärer Stil - der "FosburyFlop" löste den sogenannten "Straddle" ab undsollte anschließend den Hochsprung in neue Bereiche führen. So wie sich die "Großen" des Sports bei den Olympiaden gegenüberstanden, nahmen die Sportler des TuS auch wieder regelmiißig an Turnfesten teil. Dazu gehörten auch die Deutschen Turnfeste in Essen und Berlin.
Als 1964 unser Freibad mit einer Beheizungsanlage ausgestattet wurde und in Dissen das Hallenbad entstand, erwachte unsere Schwimmabteilung unter Rudolf Hauplvogel zu neuem Leben. Im Sommer trainierte man im Freibad und im Winter mit einer eigenen Übungseinheit in Dissen. Nach dem Tod von Rudolf Hauptvogel kam das Wintertraining 1973 in Dissen wieder zum Erliegen.
Die Tischtennisabteilung konnte in der neuen Halle keine Übungszeit erhalten und löste sich wieder auf, als Rolf Girard zur Bundeswehr mußte. Auch auf den Faustball blieb die neue Halle nicht ohne Einfluß. Er wurde durch Hallenspiele wie Volleyball und Prellball abgelöst. Im Vorstandsbereich fand bis 1965 Schritt für Schritt ein Generationswechsel stau, der mit folgenden Personen abgeschlossen war: Hermann Gehring, Günter Wellmann, Willi Üstermöller, lnge Godewerth, Mllnfred Wortmann, Kurt Barth, Klara Wortmann, Christel Wortmann.
Der Verein war in der Zwischenzeit so stark gewachsen, daß es Probleme bei der Betreuung der einzelnen Gruppen gab. Als 1965 der Kreissportbund begann, Zuschüsse für ausgebildete Übungsleiter zu zahlen, wurde auch bei uns diese Möglichkeit aufgegriffen. Personel1e Engpässe versuchte man mit Schülerinnen der Gymnastikschule Hüser zu überbrücken. Um Kontinuität in seinen Übungsbetrieb zu bekommen, nutzte der TuS deshalb 1968 die Möglichkeit, über den Kreissport - bund eine hauptamtliche Lehrkraft zu beschäftigen.
Eine weitere Folge des anwachsenden Übungsbetriebes waren schon bald Probleme bei der Verteilung der Hallenstunden. Im Vordergrund stand jedoch der Wunsch nach einem neuen Sportplatz mit Anlagen für die Leichtathletik. Gemeinsam mit dem Sportverein wurde dieses Ziel hartnäckig verfolgt. Die Gemeinde erhob in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer finanziellen Beteiligung der Vereine. Ein gemeinsam veranstalteter Sportlerball brachte 1970 einen Überschuß von DM 5.000, der an die Gemeinde überwiesen wurde.
1964 veranstaltete der TuS unter der Regie von Helmut Schmidt ein Kostümfest, dem in den nächsten Jahren weitere Feste folgten. Damit konnte der Verein wieder an die Stiftungsfeste der früheren Jahre anknüpfen.1970 -1987 Salinen-SportparkWenn der Satz .,Gut Ding will Weile haben" stimmt, dann trifft das auf den Bau des Salinen Sportparks zu. 1960 faßte der Gemeinderat bereits den Beschluß zum Bau einer eigenen Sportanlage. Als 1965 die Salinen Kampfbahn durch den Bau der Minigolfanluge beschnitten wurde. begann die heiße Planungsphase. 1966 fiel die Entscheidung durch den Rat für den heutigen Standort und 1967 erfolgte der Grundstückskauf durch die Gemeinde. 1970 konnte zuerst der Hartplatz und 1971 der Rasenplatz in Betrieb genommen werden.
Damit verfügten unsere Leichtathleten unter Manfred Wortmann nach vielen Jahren über eine Trainingsmöglichkeit vor Ort, was sich positiv ;:mf die Leistungen auswirkte. Auf Kreis- und Bezirksmeisterschaften wurden Titel in Serie gewonnen. Auch auf den Landesmeisterschaften startete der TuS regelmäßig.Mit Wilfried Bury und Fritz Kröger im Hammerwurf sowie Thomas Pilz im Dreisprung konnte der Verein drei Niedersachsenmeister stellen. 1979 errang Fritz Kröger sogar in Berlin die Deutsche Meisterschaft im Hammerwerfen der Schüler. In den folgenden Jahren wurde auch mit einem finanziellen Zuschuß des TuS der Sportpark mit einer Flutlichtanlage ausgestattet. 1984 erstellte der TuS gemeinsam mit dem Sportverein den Clubmum auf dem Sportplatzgelände.
Auch auf den Breitensport blieb die neueS portanlage nicht ohne Wirkung. Das Interesse am Deutschen Sportabzeichen nahm sprunghaft zu. In den Jahren von 1976 bis 1982 gewann der TuS unter der Regie von Willy Büscher fünfmal den Pokal des Kreissportbundes als Anerkennung für seinen Einsatz auf diesem Gebiet. Bis zu 190 Bewerber bestanden jährlich diesen Test. In den Wintermonaten trafen sich die Aktiven seit 1978 regelmäßig zum Trimm Trab.
Aus dem Kreis der Sportabzeichenerwerber bildete sich ein Kampfrichterteam, das jährlich mehrere Sportfeste durchführte und so den Salinen Sportpllrk mit Leben erfüllte. Damit knüpfte der TuS an die großen internationalen Leichtathletiksportfeste und Olympischen Spiele an, die im übrigen 1972 (München) zum zweiten Mal in Deutschland stattfanden. Ein Hauch von Olympia lag in dieser Zeit aber auch über Bad Rothenfelde, wenn einige der Deutschen Spitzensportler im Salinen Sportpark antraten. Als 1980 in Dissen eine modernere Sportanlage entstand, ging in Bad Rothenfelde die blühende Zeit der Leichtathletik zu Ende, wenn auch bis 1985 noch Sportfeste durchgeführt wurden.
Als 1970 mit Caroll Clark unsere erste hauptamtliche Lehrkraft ausschied, folgten fünf Jahre ohne eine derartige Stütze, so daß wir einen Mitgliedenückgang hinnehmen mußten. Erst 1975 gelang es dem Verein, mit der Einstellung von Agnes Wechelmann. wieder eine positive Entwicklung einzuleiten. Dadurch konnte sich Christel Wortmann auf das Leistungsturnen konzentrieren und eine neue Generation von Kunstturnerinnen ausbilden, die über lange Jahre im Kreis führend waren. Nach der Gründung des Bezirks Weser-Ems stieß der Verein auf dieser Ebene an seine Grenzen. Die Wettbewerber trainierten in der Regel vier Mal in der Woche. Für die Hilfestellung fehlte uns als zweiter Trainer ein Mann. Nachdem 1983 Christel Wortmann als Trainerin ausgeschieden war, versuchte der Verein 1984 auf die Sporrakrobatik auszuweichen. Nach Anfangserfolgen scheiterte dieser Versuch an der fehlenden Qualifikation der leider oft wechselnden hauptamtlichen Gymnastiklehrerinnen.
1970 entstand um Alfred Halm und Horst Lutz eine Volleyballgruppe im Seniorenbereich. Sie besteht heute noch und nimmt regelmäßig um Punktspielbetrieb teil. Hervorzuheben ist der Einsatz dieser Gruppe für den Verein über das VollybaUspiel hinaus. In den Jahren bis heute bildete sie die Basis für die meisten Aktivitäten des Vereins.
1976 begann Agnes Wechelmann mit dem erfolgreichen Aufbau einer Mädchengruppe im Volleyball. Es gelang ihr in vier Jahren hintereinander der Aufstieg von der Kreisklasse bis in die Bezirksliga. Als Übungsleiter auf der männlichen Seite arbeiteten in dieser Zeit Willy Wojak und später Rolf Bredemann. Zeitweise gab es je zwei Frauen- und Männermannschaften.
Die Schwimmabteilung mußte mit dem Problem leben, daß sie weukampfmäßig nur in den Sommermonaten trainieren konnte. Von 1980 bis 1982 entfiel durch den Umbau des Freibades sogar diese Möglichkeit. 1982 bernahm mit Gerd Domann ein qualifizierter Trainer die Schwimmabteilung. Trotz der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten gelang es ihm, mit den Leistungen seiner Schwimmer wieder Anschluß an die anderen Vereine im Kreis zu gewinnen. Von 1985 bis 1989 veranstaltete der TuS im Freibad mehrere gut besuchte Schwimmfeste.
Im Vorstand waren in dieser Zeit ganz oder zeitweise für den TuS tätig: Hermann Gehring, Willi üstennölIer, Günter Wellmann, Bernhard Selker, Manfred Wortmann, Dieter Milewski, Willy Büscher, Hans Wortmann und Renate Lutz. Wichtig für die weitere Entwicklung des Vereins war die Mitarbeit von Horst Lutz und Horst Deneke im Vorstand. 1974 übernahm Horst Lutz den Posten des zweiten Vorsitzenden. 1977 wechselte er mit Hennann Gehring die Positionen im Vorstand. Horst Deneke trat 1977 als Pressewart und Veranstaltungsleiter in den Vorstand ein. 1981 löste er Manfrcd Wortmann als Sportwart ab. In den folgenden Jahren erweiterte und modernisierte er das Sportangebot des TuS um die Gruppen: Jazz-Dance, Seniorengymnastik. Mutter und Kind, Ballett und Aerobic.
Als Folge dieser Aktivitäten wuchs nicht nur die Zahl der Mitglieder sondern auch der Bedarf an Hallenzeiten. Der Verein war ständig auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten. Es gab Zeiten, in denen nur Zweidrittel des Übungsbetriebes in der Schultumhalle untergebracht werden konnte.
Ein Beispiel für die enge Hallensituation ist der Leidensweg unserer Tischtennisabteilung. 1974 entstand sie wieder neu mit frinf Spieltischen in der Halle des Dortmunder Kinderheims. In kurzer Zeit zählte die Abteilung ca. 40 Aktive. Nach einem Jahr wurde uns diese Möglichkeit wieder aufgekündigt. Es erfolgte ein Umzug in die Halle der Vorschule nach Aschendorf, wo aber nur 2-3 Tische aufgestellt werden konnten. 1977 erhielt die Abteilung mit dem Wechsel in die neu errichtete Kursporthalle eine neue Chance, die sie auch nutzte. So nahmen 1980 insgesamt fünf Mannschaften am Punktspielbetrieb teil. Es standen hier sechs Tische zur Verfügung.
1981 kam ein Kurdirektor auf die Idee, die finanzielle Situation der Kur GmbH durch die Einrichtung eines Kreativ Studios zu verbessern. Das ist ihm zwar nicht gelungen, aber die Tischtennisabteilung mußte die Halle kurzfristig räumen. Nach einem kurzen Umweg über den allen Konzertsaal des Kurhauses landete sie wieder in Aschendorf. Sofort fielen drei Mannschaften auseinander. 1985 und 1986 konnte die Abteilung in den Sommermonaten zwar in der Schulturnhalle unterkommen, mußte aber im Winterhalbjahr wieder nach Aschendorf umziehen. Als 1987 die Sporthalle in Hilter fertiggestellt wurde, löste sich die Abteilung auf. Die meisten Spieler schlossen sich daraufuin dem TuS Hilter oder der TSG Dissen an.
Unabhängig davon nutzten der TuS und die anderen Bad Rothenfelder Vereine jede Möglichkeit, um mit sachlichen Argumenten für den Bau einer neue Halle zu werben. Dabei beschränkten sich die Sportler nicht nur auf die Ebene unserer Gemeinde sondern schalteten auch den Kreissportbund ein und wurden beim Kreis vorstellig.1988 -1997Die Eröffnung der Sporthalle im Salinen Sportpark im Jahr 1988 war auch für den TuS ein bedeutender Tag in seiner Vereinsgeschichte. Die zahlreichen Notlösungen im Übungsplan konnten aufgehoben werden. Gleichzeitig trat der TuS mit einem erweitertcn Sportangebot an die Öffentlichkeit. Zuniichst nahm der Verein eine Anregung des Deutschen Turnerbundes auf und bot als erster Verein im südlichen Landkreis Wirbelsliu! engymnastik an. Die Resonanz war so überwältigend, daß auf Anhieb 4 Gruppen eingerichtet werden mußten.
Badminton kam als neue Sportart hinzu und entwickelte sich in kurzer Zeit nach dem Turnen zur zweitstärksten Abteilung im TuS. Christof Lutz und Mare Pohlmann bauten mit Erfolg in kurzer Zeit den Wettkampfbereich auf und qualifizierten sich als Trainer. Der 1.Seniorenmannschaft gelang in sieben Jahren sechsmal der Aufstieg, d.h. von der 3. Kreisklasse in die Bezirksoberliga. Sehr erfolgreich war die Abteilung auch im Jugendbereich. So konnte die Jugendmannschaft 1993 die Bezirksmeisterschaft erringen. Einzelne Spieler qualifizierten sich sogar für die Landesmeisterschaften. Auch im Schülerbereich gehörte der TuS bald zu den Spitzenvereinen im Kreis. Im Hobbybereich, betreut von Horst Lutz, erwies sich Badminton als eine attraktive Sportart und fand regen Zuspruch.
Rollkunstlauf unter der Leitung von Monika Schicving bot der TuS ab 1990 für vier Jahre an, bis Monika Bad Rothenfelde wieder verließ. In der neuen Sporthalle richteten die Vereine eine Cafeteria ein.
Von 1989 bis 1993 'beteiligten sich vier neue Mitglieder an der Vorstandsurbeit. So löste 1989 Antje Maßmann als Sozialwartin Hans Wortmann ab. 1991 übernahm Alfred Halm die Funktion des 2. Vorsitzenden von Hermann Gehring bzw. Ulrich Stönner den Posten des Pressewartes von Horst Deneke. 1993 gab es noch einmal drei Änderungen. Olaf Hummel folgte Horst Deneke als Sportwart. Ulrich Stönner löste Willy Büscher als Schriftwart ab. Gleichzeitig übernahm Marc Pohlmann von Ulrich Stönner den Posten des Presse-wartes.
Nach vielen Wechseln wird der Turnbereich seit 1992 von Claudia Neumann als angestellte Gymnastiklehrerin des Vereins geleitet.
Schwerpunkte ihrer Arbeit in den zurückliegenden Jahren bildete das Kindertumen, der Jazz-Dance und der Gesundheitssport. Die Resonanz aus dem Kreis der Aktiven beweist, daß CIaudia mit ihrer Arbeit richtig liegt. StepAerobic und Skigymnastik wurden zusätzlich in das Übungsprograrnm aufgenommen.
Auch die Arbeit in der Schwimmabteilung unter Gerd Domann war in diesen Jahren durch Kontinuität gekennzeichnet. Dank seines Einsatzes konnten sich einzelne Schwimmer sogar für die Teilnahme an Bezirks- und Landesmeisterschaften qualifizieren.
Neben Licht gab es in diesen Jahren aber auch Schatten. So löste sich 1989 die letzte Volleyball Herren Mannschaft im Wettkampfbereich auf. Dasselbe Schicksal traf sechs Jahre später auch die Damen Mannschaft. Das nachlassende Interesse der Jugend an der Leichtathletik machte sich auch beim TuS bemerkbar. Daran änderte auch der Erfolg von Olaf Hummel nichts, der 1990 die Landesmeisterschaft im Speerwerfen der Männer erringen konnte.
Ein Versuch im Tischtennisbereich der Jugend wieder Fuß zu fassen mußte nach Anfangserfolgen abgebrochen werden, als der Übungsleiter nicht mehr zur Verfligung stand.
Dagegen konnte sich Tischtennis im Erwachsenenbereich auf Hobbybasis etablieren, 1995 nahm der TuS Taekwon-Do als neue Sportart in sein Programm auf. Nach anfänglicher Skepsis im Vorstand hat sich die Abteilung unter ihrem Trainer Thorben Meier in kurzer Zeit zu einer festen Größe im Verein entwickelt. Daß der TuS insgesamt trotz einiger Rückschläge richtig gelegen hat, beweist die Mitgliederentwicklung in diesen Jahren von 850 auf über 1.200.Deutsche TurnfesteTurnfeste sind das Salz in der Suppe von Tumerinnen und Turnern. Das trifft in besonderem Maße auf die Deutschen Turnfeste zu,an denen sich der TuS oft beteiligte. So reisten z.B. 1987 ca. 50 Aktive des Vereins nach Berlin. Teilnehmer an Turnfesten sind immer wieder überrascht von der Vielfalt des Turnens und dem Ideenreichtum der Aktiven. Ansteckend ist auch die fröhliche und lockere Stimmung, die während der Festtage herrscht. Die nachfolgenden offiziellen und inoffiziellen Definitionen der 4 FTurnerei geben Auskunft über die Entwicklung der Grundstimmung im Turnbereich:
Frisch, frei, froh, fromm (1811 Friedrich Ludwig Jahn)
Frisch, fromm, fröhlich, frei (1868 Deutsche Turnerschaft)
Frisch, frech, fröhlich. frei (1987 Deutsches Turnfest Berlin )
Fit, fair, flink, fetzig (1994 Deutsches Turnfest Hamburg)HeimatfesteDer TuS hat sich immer als ein Teil von Bad Rothenfelde verstanden. So war es für ihn selbstverständlich, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an vereinsübergreifenden Aktionen in unserer Gemeinde zu beteiligen.
Schon vor dem 1. Weltkrieg marschiertenTurner im Umzug zum Sedanfest mit, das vom Kriegerverein veranstaltet wurde. Aus heutiger Zeit ist die Teilnahme des TuS am Umzug zum Heimatfest zu nennen sowie die Pflege der Partnerschaft mit Avereest.

Landrat von Schmeling, Iburg
Pastor Dr. Mauersberg, Bad RothenfeldeDie Bad Rothenfelder Ehrendamen:
I. Hahsheider,
M. Hahsheider,
A. Hage
M. Huning,
E. Maack,
H. Kemper,
M. Meckfessel
I. Knoor,
H. Potthoff,
M. Paffenreuter,
H. Schäfer
L. Schmidt
Präsident Heinrich Meyer
Turnverein Gut-Heil Georgsmarienhütte
Kriegerverein Bad Rothenfelde
Männer Gesang Verein Bad Rothenfelde
Gesang Verein Einigkeit Bad Rothenfelde